Aus der Badischen Zeitung von 1930 *):


Wussten Sie schon, 

... dass Opfingen der einzige Ort in Deutschland ist, der so heißt und dass man den Ursprung des Namens nicht kennt;

... dass schon Steinzeitmenschen den Tuniberg als angenehme Wohngegend ausgesucht hatten;

... dass die Römer vor rund 2000 Jahren den Wein in unsere Region brachten;

... dass Kelten und Alemannen im 3. und 4. Jahrhundert von Norden kamen, den Tuniberg besiedelten und vermutlich Opfingen den Namen gaben;

... dass Opfingen zunächst auf der Anhöhe lag, da die Flächen um den Tuniberg sumpfig und oft überflutet waren;

... dass hier schon in den Jahren 888 - 1000 Ritter und Freie ansässig waren und der Gefolgsmann eines Herzogs, der Ritter Kuno von Opfingen 1112 sein Hofgut in Bickensohl dem Kloster in St. Peter vermachte;

...dass auf dem Gebiet des heutigen Wasserreservoirs eine Burg stand und dort zeitweise Anna von Munzingen, die spätere Gründerin des Adelhauserklosters lebte;

...dass es noch zwei weitere Burgen in Opfingen gab: die Wanger Burg zwischen Opfingen und Tiengen und die Burg Hohneck, heute Honigbuck, an der Freiburgerstraße im Wald gelegen;

...dass in Wippertskirch die erste Kirche für die Opfinger stand und es eine kleine Kapelle (Bartholomäuskirche ) in der Nähe des St. Niklauser Hohlweges gab;

... dass die evangelische Kirche um 1525 gebaut wurde, wovon der alte Turm stehen geblieben ist und das Kirchenschiff 1778 neu errichtet wurde;

... dass im 30-jährigen Krieg Opfingen fast vollständig zerstört wurde. Familien aus dem Schweizer Jura und Thüringen wanderten zu und bevölkerten die leerstehenden Hofstätten. Jeder, der hierher ziehen wollte, musste ein Aufnahmegeld entrichten. Zunächst zahlten nur die Männer, später musste auch für die Frauen eine geringere Aufnahmegebühr entrichtet werden. Wer aus dem Margräflerland zuzog, erhielt einen Rabatt;

...dass im Jahr 1544 hier die Pest wütete;

...dass die erste Schule schon im Jahr 1556 bestanden hat, aber wegen schlechten Besuches nur von Martini (11. November) bis zum Beginn der Fastenzeit (Aschermittwoch) gehalten wurde. Wegen zu geringer Bezahlung des Lehrers musste der Schulbetrieb wieder eingestellt werden. 1683 wurde wieder eine Schule eingerichtet. Einige Jahre später hielt der Ziegelmacher Jedele, der des Schreibens kundig war, den Unterricht in Lesen und Schreiben. Den Umgang mit den Zahlen hielt man noch nicht für wichtig;

... dass der Markgraf Karl 1725 eine Forstordnung für den Mooswald eingeführt hat;

...dass es 1730 im alten Rathaus eine Wirtschaft mit dem Namen“ Gemeinstube“ gab.

...dass auf dem Rathaus- und Dorfplatz der einzige laufende Brunnen stand. Er hieß „Stockbrunnen“ und wurde im Jahr 1779 für 182 Gulden errichtet.

...dass im Jahr 1798 eine Bierbrauerei eingerichtet wurde;

....dass  im 18. und 19. Jahrhundert rund 150 Leute ausgewandert sind. Die meisten suchten bessere wirtschaftliche Verhältnisse in Amerika zu finden, eine Familie wanderte nach Algerien aus. Nur zwei Kinder der 7-köpfigen Familie überlebten das ungewohnte Klima und kehrten nach Opfingen zurück.

....dass es ab 1831 eine Wahlpflicht für Männer, in drei Klassen eingeteilt gab. Wer dieser nicht nachkam, hatte eine Strafe von 1½ Gulden zu bezahlen;

... dass die Landstraße zwischen Opfingen und Freiburg erst Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Vorher gab es nur kleinere Wege und Jägerpfade durch den Mooswald;

... dass gegenüber dem Gasthaus „ Zur Blume“ 1871 eine Friedenslinde gepflanzt wurde, die heute noch steht.

...dass die Postagentur im Jahr 1887 eingerichtet und das erste Telefon 1889 in Opfingen angelegt worden ist.

...dass die Gäste, welche das Badhaus (neben dem Weiherschloss) in St. Nikolaus besuchten, in der Schlosswirtschaft, die daneben lag, das Tanzbein schwingen konnten. Der Tanz fand nur alle 14 Tage statt und wurde später aus moralischen Gründen auf dreimal im Jahr beschränkt.

zusammengestellt von Ingeborg Merkle

Anmerkungen von Jürgen Sutter aus Zürich:

1. Opfingen ist nicht der einzige Ort dieses Namens, es gibt noch ein Opfingen in Bayern: Ober- und Unteropfingen, die Teile von Kirchdorf an der Iller sind und zusammen Opfingen heißen.

2. Der Name von Opfingen ist durchaus geklärt:
Wie man im Altdeutschen Namenbuch nachlesen kann, stammen die -ingen-Namen von Personennamen bzw. deren Gefolgschaft ab: d. h. wenn eine hochgestellte z. B. Gundolf hieß, dann nannte man seine Gefolgsleute die Gundolfinge, und deren Siedlung "bei den Gundolfingen", woraus der Name Gundelfingen entstanden ist. Die -ingen-Namen lassen sich somit letztendlich auf einen Personennamen zurückführen. Der Name Opfingen ist laut dem Altdeutschen Namenbuch vom Personennamen Upo/Upfo/Uffo abgeleitet, woraus auch der Ortsname Upfingen herrührt. Damit ist der Name übrigens eindeutig alamannisch und nicht keltisch, wie manchmal gemutmaßt wird.

im Maerz 2006