Vorwort
Die erste urkundliche Erwähnung Opfingens geht auf das Jahr 1006
zurück. So kann die Gemeinde, heute Freiburg-Opfingen. im Jahr
2006 die l000-Jahrfeier begehen. Das Ortsfamilienbuch Opfingen mit
Sankt Nikolaus möchte aus diesem Anlass einen Beitrag zur
Bevölkerungsgeschichte des Dorfes leisten. Vorarbeiten zu diesem
Buch entstanden im Rahmen historisch-demographischcr Untersuchungen der
Bevölkerung der ehemaligen baden-durlachischen Orte der Unteren
Vogtei Badenweiler: Haslach, Mengen, Opfingen mit St. Nikolaus.
Schallstadt, Tiengen und Wolfenweiler mit Leutersberg. Das
zuständige Oberamt lag zunächst in Badenweiler (daher der
Name Untere Vogtei Badenweiler) später in Müllheim.
Das Ortsfamilienbuch bringt Licht in das letzte Drittel der vergangenen
1000 Jahre. Am Anfang dieses Zeitraums steht die Katastrophe des
Dreißigjährigen Krieges (161S-1648). Opfingen und St.
Nikolaus teilten das Schicksal aller Orte des Breisgaus, ob
baden-durlachisch (evangelisch) oder vorderösterreichisch
(katholisch). Die Lage zwischen den mehrfach umkämpften Orten
Freiburg und Breisach (Rheinübergang) gab den Einwohnern kaum
Überlebenschancen. Der Krieg und in seinem Gefolge Hunger und Pest
haben große Teile der Bevölkerung hinweggerafft. Wer
rechtzeitig fliehen konnte, z.B. in die Schweiz, hat vielleicht sein
Leben und das seiner Familie retten können. Nur eine geringe
Restbevölkerung kehrte ab etwa 1645 wieder in das Dorf
zurück. Zu ihnen kamen Zuwanderer aus der Herrschaft Rötteln
und aus der Schweiz. Eine Musterungsliste aus dem Jahr 1656 nennt 70
wehrfähige Männer. Das Dorf dürfte um diese Zeit etwa
250 Einwohner gehabt haben.
Der Familienteil beginnt mit dem Jahr 1680. Die früheren
Kirchenbücher, die es mit Sicherheit gegeben hat, sind im
Holländischen Krieg (1672-1679) verloren gegangen. Wie damals
üblich, hat Pfarrer Johann Georg Voit zu Beginn des ersten
Kirchenbuchs die Familien des Jahres 1680 aufgeführt, oft mit
weiteren Erläuterungen. Das Buch endet aus Gründen des
Datenschutzes mit dem Jahr 1910. Wer die Lebensdaten seiner
Großeltem kennt, findet leicht Anschluss. Dann lassen sich die
Vorfahren über Jahrhunderte zurückverfolge, ebenso kann der
Leser verwandtschaftlichen Beziehungen nachspüren.
Auf eine eingehende Darstellung der Geschichte des Dorfes wird
verzichtet. Es wird verwiesen auf die Arbeiten von Jakob Bessert
(Geschichte des zur Markgrafenschaft Baden-Durlach ehemals
Hochberg-Badenweiler'schen Herrschaft „niedere Vogtei" gehörigen
Ortes Opfingen, Freiburg 1904) und Rolf Süss (Opfingen gestern und
heute 1006-1976. Selbstverlag der Ortsverwaltung Freiburg-Opfingen
1976).
Die Kirchengemeinde und die Ortsverwaltung Opfingen haben den Zugang zu
den Archiven in großzügiger Weise möglich gemacht.
Möge das Ortsfamilienbuch dazu beitragen, dass die wertvollen
Kirchenbücher und die Standesregister der Gemeinde in Zukunft
geschont werden können. Auch das Generallandesarchiv in Karlsruhe
und das Staatsarchiv Freiburg haben jederzeit bereitwillig
Unterstützung gewährt. Umfangreiche weitere Informationen
sind mir von Genealogen der Region zur Verfügung gestellt worden.
Stellvertretend für alle seien Rolf Eilers, Freiburg, und
Karlheinz Hahn, Lörrach, genannt. Diesen Institutionen und
Personen bin ich zu großem Dank verpflichtet.
Ich wünsche dem Buch eine gute Aufnahme in der Bevölkerung
Opfingens. Dann hat sich die Arbeit gelohnt.
Freiburg, im September 2005
Kurt Heinzmann